Windkraft für den Stadtrand: Eröffnung unserer Kleinwindenergieanlage

Windkraft für den Stadtrand: Eröffnung unserer Kleinwindenergieanlage

Eine innovative Windanlage im Berliner Bezirk Lichtenberg schöpft ein bislang noch völlig ungenutztes Potenzial für Erneuerbare Energien aus.
Im Berliner Osten tut sich etwas. Mitte Oktober wurde dort eine Windanlage eingeweiht, die die Energiewende ein weiteres Stück voranbringen könnte. Das Windrad ist klein genug, um unauffällig am Stadtrand zu stehen. Es liefert dennoch genügend Strom, um dort eine Firma, einen großen Verbrauchermarkt oder eine Kläranlage zu versorgen. Und anders als die meisten anderen Kleinwindanlagen arbeitet dieser Rotor effizient. Er wurde nämlich in langer Entwicklungsarbeit genau auf Windverhältnisse bis zu 20 Meter Höhe optimiert. Der Rotor arbeitet in Marzahn, mitten in einem Gewerbegebiet, auf dem Firmengelände der Elpro-Gruppe, einem Hersteller von Elektronik-Bauteilen. Die junge Firma enbreeze ist Teil des Konzerns, sie hat den Rotor entwickelt. Mit dieser Innovation wird die Nutzung der Windenergie auf eine neue Stufe gehoben. Das riesige Windkraft-Potenzial in der Nähe von Ballungsräumen wird bislang nämlich noch völlig vernachlässigt. Die großen Windanlagen müssen weit entfernt stehen von jeder Bebauung. Und Kleinwindräder für die Stadt arbeiten meist so ineffizient, dass sie bislang vor allem Spielereien waren. Jan Dabrowski ist einer der enbreeze-Firmengründer. Er erzählt, warum er sich mehrere Jahre lang mit einer ganz neuen Art von Windrad beschäftigt hat: „Wir mussten die Rotorblätter von Grund auf neu entwickeln. Es genügt eben nicht, einfach eine Großanlage auf kleineren Maßstab zu bringen.“ Der Wind in 200 Meter Höhe bläst völlig anders als in lediglich 20 Metern, hier wirken ganz andere Kräfte. Die Form der Rotorblätter ist auf diese besonderen Verhältnisse kurz über dem Boden nun ebenso abgestimmt wie die mechanische Regelung der Anlage. Die Anlage besitzt eine Leistung von 15 kW und arbeitet ab einem lauen Lüftchen von 2,5 Metern pro Sekunde. Das verspricht einen hohen Energieertrag auch bei niedrigen Windgeschwindigkeiten. Mit ihrem optimierten Rotor lassen sich im Schnitt etwa 30 000 Kilowattstunden im Jahr erreichen – abhängig von den örtlichen Verhältnissen können es aber auch mehr werden.

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