Windenergie für Stadt und Land

Windenergie für Stadt und Land

Auf der Hannover Messe steht eine innovative Entwicklung, mit der Windkraft an vielen neuen Standorten erzeugt werden könnte: eine wirtschaftliche Kleinwindanlage für den Stadtrand
Das Thema Neue Energien wird auf der Hannover Messe ab 1. April groß gespielt. Unter dem Begriff „Integrated Energy“ sind gleich mehrere Hallen für Innovationen aus diesem Bereich reserviert. In Halle 27 zeigt enbreeze eine besondere Neuheit. Das Berliner Unternehmen hat eine Kleinwindanlage entwickelt, die selbst dort wirtschaftlich zu betreiben ist, wo der Wind nur schwach weht. Genau das unterscheidet sie von vielen anderen Versuchen, Windkraft mit kleinen Rotoren zu nutzen.
Die enbreeze-Anlage kann in unmittelbarer Nähe von Gebäuden stehen und eröffnet der Windkraft deshalb zahlreiche neue Standorte. Firmen, Kommunalbetriebe oder Landwirte könnten damit ihren eigenen, sauberen Strom produzieren. Im Durchschnitt erzeugen sie dann etwa 30 000 KWh pro Jahr.
Bislang herrscht in der Branche noch oft die Ansicht, Kleinwindanlagen wären generell unrentabel. Für die meisten kleinen Rotoren mag das auch stimmen, hier passen Aufwand und Ertrag tatsächlich nicht zusammen. Ein Windrad für den Garten wird sich wirtschaftlich wohl niemals rentieren. Das sinnvolle Einsatzgebiet beginnt allerdings schon weit unter den Dimensionen von Groß-Rotoren. Es kommt nur auf die richtige Anlage an. Enbreeze hat sieben Jahre lang intensiv an dem Problem geforscht, ehe es eine neue Generation von wirtschaftlichen Kleinwindanlagen präsentierte.
Im Bezirk Marzahn dreht sich eine der ersten, nur 30 Meter hohen 15-kW-Windanlagen inmitten eines weitläufigen Gewerbegebietes. In Deutschland gibt es unzählige ähnliche Standorte, an denen künftig sinnvoll Strom aus Wind gewonnen werden könnte. Das können mittelständische Betriebe sein, Kommunen, Forschungs- oder Lehreinrichtungen, aber auch große Verbrauchermärkte, die ihren Strombedarf lokal und emissionsfrei decken wollen. Für Mega-Rotoren sind solche Standorte ungeeignet, das Windrad von enbreeze ließe sich hingegen meist ohne großen Aufwand installieren.
Eines der Geheimnisse der neuen Anlage ist das spezielle Design ihrer Rotoren. Sie wurden so konstruiert, dass sie die turbulenten Winde in niedriger Höhe effizient nutzen. Zudem sind sie mit weniger als 45 Dezibel Geräuschentwicklung kaum zu hören – anders als große Windanlagen. Die gesamte Anlage aus Berlin ist so konstruiert, dass sie mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden kann. Dazu gehört die robuste, mechanische Regelung. Sie arbeitet als passives Pitch-System, was Aufwand und Kosten deutlich senkt. Schließlich ist so die Komplexität wesentlich geringer als bei herkömmlichen, elektronischen Regelungssystemen.
Besonderen Wert legten die Entwickler zudem auf das geschützte Design der Anlage, das vom renommierten Berliner Produktdesigner Jochen Schmiddem stammt. Betreiber können Rotor und Turm ideal für die strategische Positionierung ihrer Marke nutzen. Eine solche Windkraftanlage in den Firmenfarben wird für Kunden und Passanten zum unaufdringlichen, aber imposanten grünen Markenbotschafter.

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